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Rohstoffkrise: Gartenbau und Substratindustrie weisen auf Schwierigkeiten bei Torfminderung hin

Düsseldorf, November 2022. Die Lage an den Rohstoffmärkten ist erschütternd. Nachwachsende Rohstoffe wie Holz und Rinde sind im Bereich der Energiegewinnung gefragt wie nie. Das ist einer der Gründe, warum der Industrieverband Garten (IVG) e.V. zusammen mit anderen Verbänden der Grünen Branche in einem Positionspapier aktuelle Schwierigkeiten im Bereich der Torfminderung in Substraten darstellt, erläutert und Lösungswege aufzeigt. So soll die Politik auf die Herausforderungen in Gartenbau und Substartindustrie hingewiesen werden. Das vollständige Positionspapier liegt zum Download bereit.

In dem nun veröffentlichten Positionspapier werden die Versorgungssicherheit und Anforderungen des Gartenbaus an Substrate thematisiert. „Die Verfasser bekennen sich dazu, dass Torf ein verlässlicher, potenziell verfügbarer und regionaler Rohstoff ist, der verantwortlich gewonnen werden kann“, so Philip Testroet, Referent Gartenbau und Umwelt beim IVG. Auch geht es um die Versorgungssicherheit mit Champignondeckerden für die Pilzproduktion, für die es bisher keinen geeigneten Torfersatz auf dem Markt gibt. Ohne Torf werden der Gartenbau und die Substratindustrie auf absehbare Zeit nicht funktionieren, daher wird das Fehlen neuer Abbaugenehmigungen die Abhängigkeit von Torfimporten insbesondere aus Osteuropa weiter steigern.

Ein Wunsch an die Politik ist zudem eine Beratungskampagne für Anwenderinnen und Anwender von Blumenerden und Kultursubstraten sowie für Endkundinnen und Endkunden des Gartenbaus zur Aufklärung über die richtige Handhabung von Pflanzen in torfreduzierten bzw. torffreien Substraten. Um die Torfreduktion in Substraten weiter voranzubringen, wären zudem gesetzgeberische Rahmenbedingungen für torfreduzierte Erden anzupassen. Die Themen Moorschutz und Torfnutzung werden in der neuen Legislaturperiode in Niedersachsen eine hervorgehobene Rolle einnehmen. Im Interesse der Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Pflanzen sowie in Bezug auf Moorsanierungsmaßnahmen und die Reduzierung der Emissionen, bietet sich die Industrie als Gesprächspartner in der politischen Diskussion an.

Hintergrund:
Es sind schwierige Zeiten für den produzierenden Gartenbau wie für viele andere Branchen in Deutschland auch. Die aktuelle Wirtschaftslage und die Energiekrise sind nur zwei der Problemfelder. Dazu wünscht sich die Politik eine Veränderung der Substratzusammensetzung in Bezug auf den Torfgehalt in der Zeitschiene bis zum Jahr 2030, was aufgrund der Rohstoffknappheit ein ambitioniertes Unterfangen darstellt. Existenziell für Gartenbaubetriebe ist die Kultursicherheit: Substrate müssen ihren Zweck erfüllen und zum gewünschten, zuverlässigen Kulturergebnis führen. Der Gartenbau ist aufgrund der besonderen Eigenschaften auf Torf weiterhin angewiesen, da es innerhalb der Fristen des Torfausstiegsszenarios des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) nicht möglich ist, genügend Ersatzstoffe in der erforderlichen Qualität und Menge zu beschaffen. Ein weitgehender Torfausstieg ist für die einzelnen Betriebe aktuell mit zu hohen Risiken behaftet.

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