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Erhöhte Kosten und verspätete Lieferungen: Engpässe in der Seefracht wirken sich auf Garten- und Baumarktbranche aus

Düsseldorf/Köln, Dezember 2020. Der Warenverkehr zwischen Asien und Eu-ropa entwickelt sich für viele importierende Hersteller von Garten- und Bau-marktartikeln aktuell zu einer großen Herausforderung. Fehlende Container und Lockdown-bedingter Personalmangel verringern seit Wochen weltweit die Produktivität auf allen bedeutenden Seefrachtrouten und sorgen für drama-tisch erhöhte Import- und Exportfrachtraten. Auch alternative Luft- und Land-wege sind kapazitiv nahezu erschöpft und bieten somit kaum eine Alternative. Verantwortlich für diesen Engpass von Seefracht-Containern ist auch hier die Corona-Pandemie.

Unternehmen der Garten- und Baumarktbranche, die Waren in Asien – insbeson-dere in China – einkaufen, kämpfen aktuell mit massiven Lieferengpässen, -ver-spätungen und mit dramatisch erhöhten Frachtraten. Die notwendigen Leer-Contai-ner sind aktuell nicht mehr ausreichend verfügbar. Hinzu kommt, dass durch die Lockdowns weniger Personal in den Häfen eingesetzt wird, wodurch die Schiffe langsamer abgefertigt werden, sich die beladenen Container im Hafen aufstauen und somit auch nicht wieder leer zurück nach Asien gehen. Die geplanten Abholun-gen und Verschiffungen der Waren verspäten sich und das ohne kurzfristige Aus-sicht auf Besserung. Viele Lieferanten sehen bereits mehrere Wochen Delay in den geplanten Abholungen.
Eine unmittelbare Folge des Engpassfaktors ‘Equipment‘ sind die Stornierungen von bereits geplanten Aufträgen und vertraglich zugesicherten Kontingenten seitens gro-ßer Seefrachtspediteure. Wenn neue Frachtaufträge überhaupt noch angenommen werden, dann zu historisch hohen Frachtraten, die bis zu 300 Prozent und mehr über dem üblichen Frachtpreis liegen. Und dies, obwohl die Reedereien in den ver-gangenen Wochen neues Equipment hinzugekauft haben.

Die Corona-bedingte, nicht kalkulierbare Nachfragesituation hat auf den relevanten Seefrachtrouten von Asien in die USA und nach Europa zu einer Ungleichverteilung der Leercontainern-Kapazitäten geführt. Die Reedereien versuchen nun unter Ab-wicklung mit nur noch teilweise ausgelasteten Schiffsverkehren eine bedarfsge-rechte Verteilung der Container in den wichtigsten Umschlagshäfen der Welt wie-derherzustellen. Dies wird aber nach Einschätzungen von Großreedereien noch weitere 6 bis 8 Wochen andauern.
Es ist zudem nicht auszuschließen, dass der oligoligopole Anbietermarkt für See-frachttransporte auf den bedeutenden Seerouten versuchen wird, diese außerge-wöhnliche Preissituation zumindest am Spotmarkt so lange wie möglich hoch zu hal-ten, um bei den jetzt anstehenden Verhandlungen mit den großen Verladern und Seefrachtspediteuren dies als „Rückenwind“ zu nutzen.
Die mittelständischen Importeure von Garten- und Baumarktartikeln sind im See-frachtlogistikmarkt vergleichsweise bedeutungslos. Die Verspätungen in den Ab-gangshäfen und die Aufkündigung von vertraglichen Bedingungen durch See-frachtspediteure, mit den damit einhergehenden explodierenden Kosten für neue Aufträge, stellt den Mittelstand nunmehr vor nicht vorhersehbare, aber dafür vollen-dete Tatsachen. Je nach Anteil der Seefrachtkosten am einzelnen Artikel, sind damit viele importierte Garten- und Baumarktprodukte auf Basis der bestehenden Preis-kalkulation für die Lieferanten ein tiefrotes Verlustgeschäft.
Die Verbände HHG und IVG bieten ihren Mitgliedsunternehmen seit dem Jahr 2017/18 über ihre SynLOG-Logistik-Initiatives die Möglichkeit, sich an einer bran-chenübergreifenden Seefrachtimportkooperation über die XSTAFF (XSTAFF GmbH - Über XSTAFF) zu beteiligen.

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