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Entwicklung des deutschen Gartenmarktes 2020

Der Gartenmarkt 2020 wird aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen der Covid-19-Pandemie gegenüber dem Vorjahr in erheblichem Umfang steigen. Bedingt durch reduzierte Konsummöglichkeiten in den ausgabenstarken Bereichen aus Automobil-, Reise- und Gastronomiesektor sowie mehr Zeit zu Hause (auch im Kontext steigender Home-Office-Zahlen) sind Haus, Wohnung und Garten noch stärker als zuvor in den Fokus der deutschen Haushalte gerückt. Das noch am Anfang des Jahres erwartete bescheidene Plus von rund einem Prozent wurde um ein Vielfaches übertroffen. Mit einer voraussichtlichen Wachstumsrate von mehr als 9 Prozent erreicht der Markt in 2020 einen vermutlich auf lange Sicht nicht zu schlagenden Rekordumsatz von rund 20,7 Milliarden Euro.

Weitere Informationen zu der aktuellen Entwicklung des deutschen Gartenmarktes finden Sie in den ausgewählten Infografiken sowie in unserem aktuellen Jahresbericht:


Download Jahresbericht 2021

Marktanteil der Vertriebswege im Gartenmarkt in Deutschland

Angesichts der durchaus erfreulichen Entwicklungstendenzen im Gartenfachhandel und bei den Bau- und Heimwerkermärkten dürften sich unter Berücksichtigung der verhaltenen Gesamtmarktentwicklung in anderen Vertriebskanälen spürbar schlechtere Entwicklungen abzeichnen. In der Summe aller Faktoren zeigt sich der Gartenmarkt zum wiederholten Mal in seiner für ihn charakteristischen Stabilität.

Auf Basis der Hochrechnungen für das Gesamtjahr wird für die Vertriebswege Fachgartencenter und Bau- und Heimwerkermärkte mit einem Umsatzplus in Höhe von 2,1 Prozent bzw. 3,9 Prozent gerechnet. Ähnlich tendiert auch der Möbelhandel, für den ein Plus von 2,1 Prozent errechnet wird. Mit einem Zuwachs von „lediglich“ 3,8 Prozent fällt das Wachstum im Distanzhandel gegenüber den stationären Hauptmitbewerbern vergleichsweise bescheiden aus.

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Erstmals wieder Umsatzzugewinne in durchaus erfreulichen Dimensionen konnten im laufenden Jahr die großflächigen SB-Warenhäuser sowie die Supermärkte und Lebensmitteldiscounter für sich verbuchen. Dank der Einstufung als systemrelevanter Anbieter (keine Schließungen) konnten die SB-Warenhäuser ein Plus von 10,8 Prozent und die Supermärkte/LM-Discounter einen Zuwachs von knapp unter 16 Prozent erreichen. Zudem setzt sich in den LEH-Formaten die bereits seit Jahren erkennbare Tendenz zur Erweiterung der Gartensortimentsbausteine verstärkt fort. Der sonstige Handel, in dem auch die Umsätze der Raiffeisenmärkte und der Sonderpostenanbieter (Jawoll/Repo/Thomas Philipps etc.) im Gartensortiment enthalten sind, verbleibt mit einem Plus von 6,7 Prozent unter Marktdurchschnitt. Entsprechend reduzieren sich die Marktanteile dieses Vertriebsweges auf nunmehr 7,7 Prozent.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die Pandemie den Gartenmarkt in der Summe aller Faktoren stark befeuert hat. Die hohen Zuwächse einzelner Vertriebskanäle sind dabei aber nicht als Ergebnis oder als Erfolg mannigfaltiger konzeptioneller Maßnahmen (z. B. bei Beratung oder Präsentation) zu bewerten, sondern sie sind schlichtweg Resultat einer stark erhöhten Nachfrage seitens der privaten Verbraucherinnen und Verbraucher.

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Entwicklung der Einzelhandels- und Verbraucherpreise

Trotz gesunkener Mehrwertsteuersätze seit Mitte des Jahres befinden sich die Verbraucherpreise wie auch die Einzelhandelspreise unverändert im Aufwärtstrend. Kumuliert ergibt sich bis Oktober 2020 für die Einzelhandelspreise ein Anstieg um 0,4 Prozent und für die Verbraucherpreise ein Plus von 0,7 Prozent. Beide Werte liegen damit aber unter dem Vergleichszeitraum von 2019, in dem die Einzelhandelspreise um 0,7 Prozent und die Verbraucherpreise um 1,5 Prozent gestiegen sind.

Davon zum Teil deutlich abweichend zeigt sich die Entwicklung der Verbraucherpreise in ausgewählten Warengruppen des Gartenmarktes. Im Zeitraum Januar bis Dezember 2020 haben sich die Preise gegenüber dem Vorjahreszeitraum wie folgt entwickelt: Lediglich die Warengruppen Gartenmöbel, Gartengeräte, Erden/Torf und Schnittblumen liegen in ihrer Preisentwicklung oberhalb des Anstiegs der Verbraucher- und Einzelhandelspreise. Ein leichter Preisverfall macht sich hingegen bei Sonnenschirmen bemerkbar. Die Motorrasenmäher setzen auch in diesem Jahr ihre langjährige Abwärtstendenz in den Preisen weiter fort. In Relation zum Vorjahr sind die Preise für diese Produkte nochmals um 2,0 Prozent zurückgegangen.

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E-Commerce im Gartenmarkt

Unabhängig davon, ob der Elektronische Handel von stationären Akteuren oder reinen Online-Spezialisten betrieben wird – der E-Commerce hat in Zeiten von Corona ein überproportional hohes Wachstum erzielt. Schließungen, Angst vor Infektionen, Bequemlichkeit und nicht zuletzt auch die Vielfalt und längst erwiesene Kompetenz der E-Commerce-Player haben den Vertriebskanal in diesem Jahr enorm befeuert.

So hat beispielweise der außerhalb des Modebereichs tätige Versand- und Internethandel in den ersten neun Monaten des Jahres ein Umsatzplus von mehr als 24 Prozent generieren können, die Pure-Player aus dem Bereich der DIY-Kernsortimente werden in diesem Jahr sogar einen Zuwachs von mehr als 30 Prozent erreichen können.

Auch im Gartenbereich sind die via E-Commerce erzielten Umsätze in diesem Jahr sprunghaft angestiegen. Nach vorläufigen Berechnungen wird mit Produkten aus dem Gartenbereich ein Online-Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Damit hat sich der E-Commerce-Umsatz im Gartenbereich binnen Jahresfrist um rund 340 Millionen Euro erhöht, die daraus resultierende Zuwachsrate liegt bei rund 31 Prozent.

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In der Summe erreichen die Online-Vermarktungskanäle des stationären Handels, der Katalogversender, der Internet-Pure-Player und der Hersteller einen aktuellen Marktanteil am Gartengesamtmarkt in Höhe von 6,9 Prozent (+1,1 Prozentpunkte gegenüber 2019). Der Anteil der E-Commerce-Umsätze am einzelhandelrelevanten Gartenmarkt (d. h. ohne GaLa-Bau) beziffert sich mittlerweile sogar auf 7,6 Prozent nach 6,4 Prozent in 2019. Diese Werte deuten darauf hin, dass im Gartenmarkt noch „viel Luft nach oben“ für Anbieter aus dem Online-Bereich vorhanden ist. Zum Vergleich: In Bezug auf den Umsatz des Einzelhandels in Deutschland insgesamt liegt der Marktanteil des Online-Handels aktuell bereits bei mehr als 12 Prozent.

Die E-Commerce-Umsätze aus den Online-Aktivitäten der stationären Marktakteure haben im laufenden Jahr nicht mit der Dynamik, die im Gartenbereich von den reinen Pure-Playern gekommen ist, mithalten können. Lediglich die Bau- und Heimwerkermärkte haben mit ihren Online-Shops überdurchschnittliche Zuwächse erreicht und ihren Marktanteil von 21,7 Prozent auf nunmehr 23,4 Prozent ausbauen können.

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