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Entwicklung des deutschen Gartenmarktes 2021

Entwicklung des deutschen Gartenmarktes 2021 Nachdem im ersten Pandemiejahr sämtliche marktüblichen Mechanismen außer Kraft gesetzt wurden und am Ende im Gartenmarkt ein Rekordplus von mehr als 10 Prozent erzielt wurde, fiel die Erwartungshaltung für das Folgejahr 2021 deutlich pessimistischer aus. Das noch am Anfang des Jahres erwartete Minus von rund 3 Prozent wurde dabei glücklicherweise deutlich verfehlt. Mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent bleibt der Markt in 2021 mit einem Umsatz von rund 20,8 Milliarden Euro nur unwesentlich unter dem Rekordjahr 2020 und bestätigt damit den anhaltenden Trend zum Garten.

Weitere Informationen zu der aktuellen Entwicklung des deutschen Gartenmarktes finden Sie in den ausgewählten Infografiken sowie in unserem aktuellen Jahresbericht:


Download Jahresbericht 2022

Marktanteil der Vertriebswege im Gartenmarkt in Deutschland

Überdurchschnittlich gut hat sich hierbei der Gartenfachhandel entwickelt. Der Kanal hat im laufenden Jahr insbesondere davon profitieren können, dass er seine Produkte ganzjährig ohne Lockdownbeschränkungen vermarkten konnte. Bereits im ersten Quartal konnten die Umsätze gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 13,6 Prozent, im zweiten Quartal dann nochmals um 11,8 Prozent gesteigert werden. Zur Mitte des Jahres lag man um 12,4 Prozent über dem Vorjahresergebnis.

Im Vergleich zum Gartenfachhandel haben die Bau- und Heimwerkermärkte in den gartenrelevanten Sortimentsbereichen deutlich schlechter abgeschnitten. Aufgrund der bis in den April 2021 hineinreichenden und in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabten Lockdownphase werden die Bau- und Heimwerkermärkte dieses Jahr mit einem Umsatzminus in Höhe von 7 Prozent beenden.

Ebenfalls von einem Umsatzminus betroffen ist auch der Möbelhandel. Aufgrund des herausragenden Ergebnisses in 2020 insbesondere bei Gartenmöbeln ist der Umsatz im Folgejahr 2021 um mehr als 11 Prozent gesunken.
Auch SB-Warenhäuser/Verbrauchermärkte und Großhandel/Baumschulen müssen 2021 Umsatzeinbußen in Höhe von 6,2 Prozent bzw. 9,3 Prozent verkraften. Während die SB-WH/VM in nahezu allen gartenrelevanten Sortimenten an Umsatz einbüßen, beschränkt sich dieser im Großhandel/Baumschulen auf den Bereich Lebendes Grün (Indoor & Outdoor).

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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass 2021 diejenigen Vertriebswege Marktanteile verloren haben, die entweder in hohem Umfang von den Lockdownmaßnahmen betroffen waren und/oder die schwerpunktmäßig in einer derjenigen Warengruppen tätig sind, die im letzten Jahr starke Zugewinne erzielt haben, aber in diesem Jahr auch gravierende Umsatzeinbußen hinnehmen mussten.

Nach wie vor dominieren Bau- und Heimwerkermärkte zusammen mit dem Garten-Fachhandel (Fachgartencenter & Gärtnereien/Blumenfachhandel) sowie der GaLa-Bau die Distributionslandschaft im Gartenbereich. Zusammengenommen erreichen sie derzeit einen Marktanteil von 63,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (62,6 Prozent) haben sie damit trotz der hohen Einbußen auf Seiten der Bau- und Heimwerkermärkte nochmals an Bedeutung hinzugewinnen können.

In der Summe lässt sich festhalten, dass entgegen den ursprünglichen Erwartungen das zweite Jahr der Pandemie den Gartenmarkt keineswegs in erheblichem Umfang negativ tangiert hat. Die Entwicklungen unterstreichen vielmehr die ungebrochen hohe Relevanz des Themas Garten bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesicht der Vielfalt von positiven Einstellungen zum Thema Garten ist zu erwarten, dass sich die grundsätzlich positive Entwicklung des Marktes auch in den kommenden Jahren auf einem anhaltend hohen Niveau bewegen dürfte.

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Entwicklung der Einzelhandels- und Verbraucherpreise

Die Verbraucher- wie auch die Einzelhandelspreise befinden sich nach wie vor im Aufwärtstrend. Kumuliert ergibt sich bis November 2021 für die Verbraucher- wie auch die Einzelhandelspreise ein Anstieg von 2,9 Prozent. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020 liegen die Werte damit deutlich oberhalb der Preisentwicklung der Jahre 2016 bis 2020.

Davon zum Teil deutlich abweichend zeigt sich die Entwicklung der Verbraucherpreise in ausgewählten Warengruppen des Gartenmarktes. Im Zeitraum Januar bis November 2021 haben sich die Preise gegenüber dem Vorjahreszeitraum wie folgt entwickelt: Preiserhöhungen sind insbesondere bei Outdoor-Grün und Schnittblumen ablesbar, die sich deutlich oberhalb der Verbraucher- und Einzelhandelspreise bewegen.

Leicht unter der allgemeinen Preisentwicklung liegen die Zuwachsraten von Gartengeräten und Motorrasenmähern. In der Summe fällt jedoch auf, dass die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes nicht mit der verbraucherseits „gefühlten“ Preisentwicklung übereinstimmen. So gravierend wie häufig in verschiedenen Medien beschrieben fällt die Entwicklung bei weitem nicht aus. In der Summe liegen Verbraucher- und Einzelhandelspreise zwar über dem Niveau der Vorjahre, aber sehr hohe Differenzen bzw. massive Verschiebungen sind bislang nicht zu erkennen.

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E-Commerce im Gartenmarkt

Unabhängig davon, ob der Elektronische Handel von stationären Akteuren oder reinen Online-Spezialisten betrieben wird – der E-Commerce hat auch in diesem Jahr und dabei insbesondere während der Lockdownphase im ersten Quartale 2021 ein überproportional hohes Wachstum erzielt. So hat der außerhalb des Modebereichs tätige Versand- und Internethandel in den ersten zehn Monaten des Jahres ein Umsatzplus von rund 15 Prozent (Vorjahreszeitraum: +25,4 Prozent) generieren können.

Trotz der im Vergleich zum Vorjahr weniger hoch ausfallenden Entwicklung ist davon auszugehen, dass sich das Internet als Einkaufsort mehr und mehr bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern verankert hat. Selbst unter der Annahme – wenn auch als unwahrscheinlich anzusehender – weitestgehend coronafreier Rahmenbedingungen ist nicht davon auszugehen, dass sich diese Einkaufspräferenzen wieder massiv in Richtung des stationären Handels bewegen werden.

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In der Summe erreichen die Online-Vermarktungskanäle des stationären Handels, der Katalogversender, der Internet-Pure-Player und der Hersteller einen aktuellen Marktanteil am Garten-Gesamtmarkt in Höhe von 7,5 Prozent (+0,8 Prozentpunkte gegenüber 2020). Der Anteil der E-Commerce-Umsätze am einzelhandelsrelevanten Gartenmarkt (d. h. ohne GaLa-Bau) beziffert sich auf 8,3 Prozent nach 7,3 Prozent in 2020. Diese Anteilswerte machen deutlich, dass im Gartenmarkt auch weiterhin noch „viel Luft nach oben“ für Anbieter aus dem Online-Bereich vorhanden ist. Zum Vergleich: In Bezug auf den Umsatz des Einzelhandels in Deutschland insgesamt liegt der Marktanteil des Online-Handels nach aktuellen Hochrechnungen für das Jahr 2021 bereits bei annähernd 15 Prozent.

Im Gartenbereich sind die via E-Commerce erzielten Umsätze in diesem Jahr zwar stark angestiegen, aber bei weitem nicht so enorm wie im Vorjahr. Nach vorläufigen Berechnungen wird mit Produkten aus dem Gartenbereich ein Online-Umsatz von rund 1,56 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Damit hat sich der E-Commerce-Umsatz im Gartenbereich binnen Jahresfrist um rund 164 Millionen Euro erhöht, die daraus resultierende Zuwachsrate liegt bei rund 12 Prozent.

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