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Marktzahlen

Entwicklung des deutschen Gartenmarktes 2025

Anhaltend schwierige Rahmenbedingungen kennzeichnen nach wie vor die Marktsituation in Deutschland sowohl auf Ebene der Gesamtwirtschaft wie auch des Einzelhandels. Größere private Investitionen bleiben aus, stattdessen verharrt die Sparquote auf hohem Niveau, was viele, insbesondere die Sortimente und Formate der langfristigen Bedarfskategorien spürbar belastet. Trotz weitgehend normaler Witterungsbedingungen haben sich die schwierigen Rahmenbedingungen erstmals auch in der Entwicklung des Gartenmarktes niedergeschlagen.

Wenngleich in den einzelnen Produktgruppen sehr hohe Unterschiede in der Umsatzentwicklung zu beobachten sind (z. B. −2,8 Prozent im Bereich Indoor-Grün & Schnittblumen gegenüber +2,2 Prozent bei Sonstiger Gartenausstattung, Holz im Garten, Wasser im Garten), so bleibt der Gesamtmarkt im Jahr 2025 mit einem leichten nominalen Umsatzminus von 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert und erreicht damit ein Umsatzvolumen von rund 19,7 Milliarden Euro. Angesichts der im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht anziehenden Preissteigerungen bewegt sich der Gartenmarkt damit real in einem Bereich von ca. −2,2 bis 2,5 Prozent.

Weitere Informationen zu der aktuellen Entwicklung des deutschen Gartenmarktes finden Sie in den ausgewählten Infografiken sowie in unserem aktuellen Jahresbericht:

Umsatzentwicklung der Vertriebswege im Gartenmarkt in Deutschland

Auf der Ebene der Vertriebswege zeigen sich erneut Entwicklungstendenzen, die klassische Anbieter im Markt, wie z. B. Fachgartencenter, Einzelhandelsgärtnereien und den Blumenfachhandel, zunehmend unter Druck setzen. So können Motoristen, Distanzhandel, Möbelhandel, Baustoff- und Bauelemente- sowie Holzfachhandel wie auch CE-Handel, Supermärkte/LM-Discounter, Sonstiger Handel und der GaLa-Bau mit überdurchschnittlichen Umsatzzuwächsen punkten. Fachgartencenter sowie der traditionelle Gartenfachhandel (Gärtnereien/Blumenfachhandel) zeigen demgegenüber deutliche Umsatzeinbußen.

Mit der anhaltenden Konsumzurückhaltung und einer damit einhergehenden Veränderung der Ausgabepräferenzen in den jeweiligen Produktgruppenbereichen ist ebenso auch eine deutliche Verschiebung in der Präferenz der Einkaufsstätten verbunden. In der Summe zeigt sich eine Verschiebung zugunsten branchenfremder Formate.

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Betrachtet man die Entwicklung der Marktanteile über die vergangenen 6 Jahre hinweg, so lassen sich für den Gartenmarkt folgende Grundtendenzen festhalten:

  • Unter den anteilsstarken Vertriebswegen gewinnen Bau- und Heimwerkermärkte, Fachgartencenter, GaLa-Bau sowie der Sonstige Handel Marktanteil hinzu, während insbesondere Gärtnereien/Blumenfachhandel und Großhandel/Baumschulen an Marktbedeutung verlieren.
  • Gleichzeitig können auch bislang weniger anteilsstarke Anbieter wie Supermärkte und Lebensmitteldiscounter hohe Anteilszugewinne verzeichnen. Auch Motoristen und der Möbelhandel gewinnen hinzu.
  • Der Marktanteil des Distanzhandels bleibt hingegen (mit Ausnahme der Corona-Jahre) auf einem gleichbleibenden Niveau. Gleiches gilt für die Anbieter aus dem Baustoff-Fachhandel, während der Holzfachhandel sowie SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte leicht verlieren.

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Entwicklung der Einzelhandels- und Verbraucherpreise

Die Verbraucher- wie auch die Einzelhandelspreise sind im Vergleich zu den beiden Vorjahren erstmals wieder eher moderat angestiegen. Kumuliert ergibt sich bis einschließlich November 2025 für die Verbraucher- und die Einzelhandelspreise ein Anstieg von 2,2 Prozent (nach 2,2 Prozent im Vorjahreszeitraum) bzw. 1,3 Prozent (1,5 Prozent im Vorjahreszeitraum).

Zum Teil deutlich vom Verbraucherpreisdurchschnitt abweichend zeigt sich die Preisentwicklung in ausgewählten Warengruppen des Gartenmarktes. Im Zeitraum Januar bis November 2025 haben sich die Preise gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum wie folgt entwickelt: Überdurchschnittliche Preiserhöhungen zeigen sich insbesondere bei Schnittblumen, Erden/Torf, Dünger und Indoor-Grün. Unterhalb der allgemeinen Preisentwicklung bewegen sich die Zuwachsraten in nahezu allen Hartwarenbereichen und bei Lebend Grün (Outdoor).

Angesichts des für das Jahr 2026 erwarteten Verbraucherpreisanstiegs von rund 2,1 Prozent dürften sich die Teuerungsraten für Gartenprodukte im kommenden Jahr weitgehend auf einem ähnlichen Niveau wie 2025 bewegen.

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E-Commerce im Gartenmarkt

Nach den zwei weniger guten Jahren 2022 und 2023 befinden sich die E-Commerce-Umsätze im Gartenbereich 2024 und 2025 wieder auf Wachstumskurs. Mit einem nominalen Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zu 3,5 Prozent im Vorjahr zeigt sich die wieder wachsende Beliebtheit des Online-Kanals.

Nach vorläufigen Berechnungen wird mit Produkten aus dem Gartenbereich 2025 ein Online-Umsatz von rund 1,28 Milliarden Euro erreicht werden. Im Vergleich zum Vorjahr wird sich der E-Commerce-Umsatz im Gartenbereich damit um rund 46 Millionen Euro erhöhen.

In der Detailbetrachtung zeigen sich für 2025 im Vergleich zu den Entwicklungen in den Vorjahren jedoch unterschiedliche Tendenzen. Während in den Vorjahren die E-Commerce-Umsätze der überwiegend stationär tätigen Handelsunternehmen (Cross-Channel-Konzepte) besser abgeschnitten haben, so sind es 2025 erstmals wieder die Pure Player, die den Markt stärker antreiben.

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Umsatzanteil der Vertriebswege am E-Commerce-Umsatz

In der Summe erreichen die Online-Vermarktungskanäle des stationären Handels, der Katalogversender, der Internet Pure Player und der Hersteller einen aktuellen Marktanteil am Garten-Gesamtmarkt in Höhe von 6,5 Prozent (+0,2 Prozentpunkte gegenüber 2024). Der Anteil der E-Commerce-Umsätze am einzelhandelsrelevanten Gartenmarkt (d. h. ohne GaLa-Bau) beziffert sich aktuell auf 7,1 Prozent nach 6,9 Prozent im Jahr 2024.

Diese Anteilswerte machen deutlich, dass im Gartenmarkt auch weiterhin noch „viel Luft nach oben“ für Anbieter aus dem Online-Bereich vorhanden ist. Zum Vergleich: In Bezug auf den Umsatz des Einzelhandels in Deutschland insgesamt liegt der Marktanteil des Online-Handels nach aktuellen Daten des Handelsverbands Deutschland (HDE) für das Jahr 2025 nach korrigierten Hochrechnungen bei 13,6 Prozent.

Mit derzeit 58,8 Prozent entfällt nach wie vor der größere Anteil am E-Commerce-Umsatz im Gartenmarkt auf stationäre Handelsbetriebsformen, die entweder mit eigenen Shops oder auf den Marktplätzen von Plattformen aktiv sind. Im Vergleich zu 2024 haben diese Anbieter jedoch 1,1 Prozentpunkte an die Pure Player abgeben müssen, deren Anteil sich somit von 40,1 Prozent (2024) auf 41,2 Prozent (2025) erhöht hat.

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