Marktzahlen 2018

Die klimatische Komponente

Das Wetter in den Frühjahrs- und Sommermonaten ist der externe Faktor für den Gartenmarkt schlechthin. Die folgende Grafik zeigt die drei wichtigsten Klimakomponenten Niederschlagsmenge, Sonnenstunden und Temperatur für das Jahr 2018 im Vergleich.

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Entwicklung des deutschen Gartenmarktes 2018

Laut Februar-Prognosen sollte der Gartenmarkt 2018 um 0,3 Prozent auf rund 18,4 Mrd. Euro wachsen. Was dann folgte, war ein schlechter Start ins Frühjahr, ein zu heißer und zu trockener Sommer und Herbst. Der Gartenfachhandel startete mit einem Minus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, steigerte sich in der Halbjahresbilanz auf stolze +1,7 Prozent und lag kumuliert Ende September bei einem – angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen – respektablen Wert von +0,5 Prozent. In ähnlicher Weise verhielten sich die anderen gartenmarktrelevanten Vertriebskanäle, jedoch konnten die Bau- und Heimwerkermärkte die für die Gartensortimente durchaus schwierigen Witterungsbedingungen am besten meistern.

Insgesamt dürfte der Gartenmarkt mit einem Plus von 0,7 Prozent mehr als zufrieden sein. Mit einem Umsatz von rund 18,5 Mrd. Euro ist der Gartenmarkt gegenüber dem Vorjahr um rund 130 Mio. Euro gewachsen und bestätigt trotz rückläufiger Zahlen derjenigen, die ihre Freizeit mit „Arbeiten im Garten“ verbringen, erneut seine anhaltende Stabilität.


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Auf Ebene der Vertriebswege haben der Großhandel (Baumschulen und Fach-Großhandel) sowie Gärtnereien und Blumenfachhandel in 2018 erstmals wieder ihre Abwärtstendenzen gestoppt und verharren auf Vorjahresniveau. Baustoff- und Bauelementehandel sowie Holzfachhandel haben in diesem Jahr demgegenüber erneut deutliche Verluste (-6,1 Prozent bzw. -3,1 Prozent) hinnehmen müssen. Beide Vertriebswege sind im Kontext des Gesamtmarktes jedoch nach wie vor nur von geringer Bedeutung. Über die größten Umsatzzuwächse konnten sich allerdings wieder der Distanz- (+7,2 Prozent) und Möbelhandel (+4,4 Prozent) freuen. Dennoch verbleiben beide Vertriebskanäle auf einem unteren einstelligen Marktanteil, machen aber auf die übrigen Anbieter weiter Boden gut. Sowohl bei seinen Market Places wie auch in Bezug auf die Eigenumsätze hat sich Amazon in diesem Marktkontext als unverrückbare Einkaufsplattform bei den Verbrauchern ganzjährig etabliert. Die weitere Verschiebung des Gartenmarktes in Richtung Online und die besondere Relevanz von Amazon in diesem Marktsegment werden auch zukünftig kaum aufzuhalten sein.

Trotz der vorgenannten Entwicklungstendenzen können sich die wichtigen Vertriebskanäle Fachgartencenter sowie Bau- und Heimwerkermärkte in dem sich anhaltend stark verändernden Wettbewerbsumfeld behaupten. Beide Vertriebskanäle konnten mit ihren Cross-Channel-Vermarktungsansätzen ein Umsatzplus realisieren. Aufgrund ihres hohen Anteils von Lebendem Grün am Gesamtumsatz hatten die Fachgartencenter in diesem Jahr im Vergleich zur Breite der Gartensortimente der Bau- und Heimwerkermärkte einen deutlichen Nachteil. Trotz der widrigen Umstände dürfte man mit dem Plus von insgesamt 1,4 Prozent doch recht zufrieden sein. Bei den Bau- und Heimwerkermärkten zählen die Gartensortimente bereits seit Jahren zu den Wachstumstreibern. In diesem Jahr haben die besonderen Witterungsbedingungen dazu geführt, dass die Betreiber überdurchschnittlich hohe
Umsatzzuwächse bei Gartenmöbeln, Gartenausstattung, Gartengeräten sowie bei Be- und Entwässerungssortimenten für sich verbuchen konnten. Trotz rückläufiger Umsätze im Bereich Lebendes Grün ergibt sich für die Baumärkte daraus ein beachtliches Plus von insgesamt 2,1 Prozent.

Weiter an Umsatz eingebüßt haben in 2018 die großflächigen SB-Warenhäuser mit einem Minus in Höhe von 1,8 Prozent. Demgegenüber konnten Supermärkte und Lebensmittel-Discounter abermals ein überdurchschnittliches Umsatzplus von 2,5 Prozent für sich verbuchen. Zu einer weiteren spürbaren Marktanteilserhöhung hat diese Entwicklung zwar nicht geführt, aber für die LEH-Discounter werden auch die Gartensortimente (stationär wie online) zu einem immer wichtigeren Sortimentsbaustein.

Etwas schwächer als der Markt haben sich in diesem Jahr die Warenumsätze beim Garten- und Landschaftsbau entwickelt, was angesichts der schwierigen Witterungsumstände auch zu erwarten war. Mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent liegen die Dienstleister zwar unter Marktdurchschnitt, nach wie vor sind die Auftragsbücher jedoch sehr gut gefüllt, sodass der Langfristtrend zugunsten des „Do it for me“ auch weiterhin bestehen bleibt.

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Die kompletten Marktzahlen 2018 sind im aktuellen IVG Jahresbericht nachzulesen. Er kann kostenlos in der IVG Geschäftsstelle per Mail an verband@ivg.org bestellt werden.

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