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IVG Aktuell (Montag, 23.01.2012)
IVG Mitglieder erwarten eine gute Gartensaison 2012
In vielen Bereichen konnten die Mitglieder des Industrieverband Garten e.V. vom außergewöhnlichen Saisonverlauf des Gartenjahres 2011 profitieren. Über 10 Wochen Sonnenschein bereits ab dem zeitigen Frühjahr sorgten für frühzeitige Kundenfrequenz und Umsätze, die zunächst signifikant über Vorjahr lagen. Gewinner waren die Bereiche Gartenausstattung und -dekoration sowie Grillen. Hier, wie auch bei den Markenherstellern von Motorgeräten, beobachtete man einen neuen Trend hin zu Qualitätsprodukten, die der Verbraucher gerne im Fachhandel erwarb. Ein Indikator für diesen Trend und den Wunsch des Verbrauchers zum „Draußen Leben“ bzw. „Garten erleben“ ist der Bereich Grillen, der mit seinen überaus positiven Absatzzahlen auch im Gesamtjahr dokumentiert, dass sich der Garten gegenüber anderen Freizeitaktivitäten behaupten kann.
Johannes Welsch, IVG Geschäftsführer
Bedingt durch die positive Grundeinstellung der Verbraucher allgemein und besonders zum Trend Garten gehen wir von einem positiven Frühjahr 2012 aus.
Die nasskalte Witterung ab Mitte des Jahres dämpfte dann die Euphorie und Kauflust der Verbraucher und sorgt dafür, dass ein Teil der Zuwächse bis zum Jahresende gerettet werden konnte. Auch das wiederum sehr milde Herbstwetter konnte daran nichts mehr ändern. Das Ergebnis war für die IVG Mitglieder höchst unterschiedlich.
Unabhängig von der Situation der jeweiligen IVG Fachabteilung sind sich Industrie und Handel einig, dass der Wohlfühlfaktor Garten weiter für Wachstum sorgen wird.
Dafür sprechen der ifo-Geschäftsklimaindex und auch das GfK-Konsumklima, die eine positive Tendenz vorgeben. Im europäischen Vergleich steht Deutschland gut da. Erfahrungsgemäß ist zudem die Gartenbranche weniger anfällig für kurzfristige Konjunkturlagen. Eine pessimistische Aussicht erscheint also nicht notwendig.
Unwägbarkeitsfaktoren wie die Eurokrise, die die allgemeine Wirtschaftslage beeinträchtigen könnte, bleiben und sie betreffen insbesondere Hersteller, die auf einen starken Export angewiesen sind.
Auch ist die deutsche Handelslandschaft in Bewegung gekommen. Fachhandel und Motoristen wachsen gegen den Trend, Gartencenter reduzieren den Anteil an Gartenhartware und Motorgeräten, der Online-Handel gewinnt an Bedeutung und auf der Großfläche geht einer der großen Händler durch eine Restrukturierungsphase. Die damit stattfindende Strukturveränderung führt zu neuen Rahmenbedingungen, auf die wir uns noch einstellen müssen.
Schwieriger ist die Situation bei den Rohstoffen geworden, deren Preisvolatilität nicht immer kalkulierbar ist. Zudem macht sich knapper Frachtraum insbesondere während der Belieferung in der Saison deutlich bemerkbar.
Es bleibt jedoch die zuversichtliche Einschätzung, dass alle Beteiligten vom Trendthema Garten profitieren werden.
Arbeitskreis Garten Lifestyle (AGL)
Die Mitglieder des AK Garten Lifestyle sind mit dem Verlauf der Saison 2011 sehr zufrieden. Alle Sortimentsbereiche rund um die Themen Gartendekoration und Entspannen im Garten und auch Grillen liefen besonders auf dem deutschen Markt bereits zu Saisonstart sehr gut. Grund dafür waren die ungewöhnlich guten Witterungsbedingungen mit 10 Wochen Sonnenschein. Die Auslandsmärkte dagegen verhielten sich uneinheitlich.
Hans-Jürgen Herr, Weber Stephen
Ungebrochen ist die Nachfrage nach Produkten für eines der Lieblingshobbies der Deutschen, das Grillen.
Auffällig für die Produktgruppe Gartendekoration, Gartenmöbel und auch Grillen war, dass zwar alle Vertriebswege gut in die Saison starteten, höherwertige, dabei aber beratungsintensivere Produkte von Konsumenten häufig zu Beginn der Saison und eher im Fachhandel gekauft wurden. Insofern hat der Fachhandel in besonderem Maße von dem frühen und günstigen Saisonstart profitiert. Der gute Spätsommer war wiederum positiv im DIY zu verfolgen.
Peter Baumann, Scheurich
Sowohl die Anbieter wie auch der Handel waren mit 2011 aus unserer Sicht sehr zufrieden und gehen mit großem Optimismus in das Jahr 2012.
Festzustellen ist auch dass, zwar auf niedrigem Niveau, die Kunden vermehrt im Vertriebskanal online nachfragen. Der Trend zum Thema „Garten“ allgemein und besonders „Outdoor Living“ ist besonders für die Sortimente der Fachabteilung AK Garten Lifestyle deutlich zu spüren. Zudem ist die Hinwendung zu gesteigertem Qualitätsbewusstsein zu erkennen, bei dem z. B. das Thema „Made in Germany“ eine besondere Rolle spielt. Insgesamt konnte der Handel von den sehr guten Umsätzen des Frühjahrs trotz des schlechten Sommerwetters profitieren und geht optimistisch in das Jahr 2012. Anbieter und Handel rechnen damit, dass der Wohlfühlfaktor Garten weiter für Wachstum sorgen wird.
Uwe Bedenbecker, Kettler
Wir erkennen ein gesteigertes Qualitätsbewusstsein, das einen Einfluss auf die Sortimentsgestaltung und die Marktkommunikation unserer Mitglieder hat.
Fachabteilung Garten- und Rasenpflegegeräte (GRPG)
Zwar begann die Saison auch für die Hersteller von Gartengeräten sehr früh mit günstiger Witterung. Darauf folgte aber Trockenheit und dadurch eine deutliche Kaufzurückhaltung im Mai und Juni. Erst durch die ersten Niederschläge zog der Umsatz an, dies jedoch verhalten, da das anschließende nasskalte Wetter keine Lust auf Gartenarbeit machte. Erst eine schöne Nachsaison im Spätsommer und Herbst begünstigte dann wieder die Kauflust. Der Umsatzvorsprung des Frühjahrs schmolz so bis Ende Oktober mit 1,9 Prozent ins Minus gegenüber Vorjahr.
Die positive Entwicklung des Gartenmarktes spiegelt sich bei den motorisierten Gartengeräten also nur zum Teil wider. So ist der Markt für Rasenmäher und -traktoren in den ersten 8 Monaten 2011 laut GfK Studie um etwa 6 Prozent in Stück und 3 Prozent im Wert gefallen. Die Unterschiede nach Herstellern, Produktsegmenten und Vertriebskanälen sind teilweise erheblich. Die Markenhersteller z.B. können auf eine recht gute Saison zurückblicken.
Rudolf Harrer, HONDA Power Equipment
Die bereits seit Jahren einsetzende Polarisierung hat sich weiterentwickelt. Kunden kaufen entweder vermehrt billige Ware oder setzen vermehrt auf Qualität, Service und Markenprodukte…
Der Motorgeräte-Fachhandel hat sich positiv entwickelt. So hatte er zwar Rückgänge um 10 Prozent in Stück, aber nur 7 Prozent im Wert zu verzeichnen. Ein Indiz dafür, dass höherwertige Produkte vom Verbraucher präferiert wurden und der Fachhandel seinen Anteil ausbaute. Im Wert repräsentiert der Fachhandel mit seinem hohen Markenanteil nahezu 60 Prozent des Motorgerätemarktes. Umgekehrt zeichnet sich in dem von Baumärkten dominierten Elektrorasenmäherbereich eine Tendenz zu Einstiegssortimenten ab, weshalb der Markt im Wert stärker schrumpfte als jener in Stück. Im Vertriebsweg Gartencenter ist teilweise ein sehr deutlicher Rückgang beim Umsatz mit Motorgartengeräten zu verzeichnen. Grund hierfür sind Veränderungen in der strategischen Ausrichtung der Betreiber. Ein deutliches Plus, allerdings auf noch niedrigem Gesamtniveau, verzeichnen auch die Internet-Generalisten, also diejenigen Online-Shops, die nicht einem stationären Händler zugeordnet sind.
Der Umsatzverlauf für innovative Produkte wie automatische Rasenmäher koppelt sich deutlich von der sonstigen Umsatzentwicklung ab.
Tobias M. Koerner, Husqvarna Gruppe
... der Trend zum Garten ist weiterhin ungebrochen und kann sich gegenüber anderen Freizeitaktivitäten behaupten
Unwägbarkeiten erwarten die Gerätehersteller für die kommende Saison durch die Eurokrise, die die allgemeine Wirtschaftslage beeinträchtigen könnte. Die Risiken betreffen insbesondere Hersteller, die auf einen starken Export angewiesen sind.
Generell spüren auch die Hersteller im Produktsegment Motorgarten den Trend des „Draußen Lebens“. Dieser Trend zum Garten ist weiterhin ungebrochen und kann sich gegenüber anderen Freizeitaktivitäten behaupten. Erkennbar ist auch, dass der Verbraucher zunehmend auf Qualität achtet.
Den Garten-Trend greifen die Hersteller auf, indem sie die Produkte und ihre Handhabung so einfach und problemlos wie möglich machen, damit der Verbraucher seinen Garten genießen kann.
Dr, Wolfgang Voß, SABO
Das steigende Bewusstsein für Qualitätsprodukte stärkt die Position des Fachhandels.
Fachabteilung Pflanzenernährung, -gesundheit und -pflege (PEGP)
Witterungsbedingt konnten die Ergebnisse des Vorjahres bei Düngern, Pflanzenschutz und Pflanzenpflege sowie Blumenerden leider nicht erreicht werden. Bedingt durch die anhaltend trockene Witterung zu Saisonbeginn wurde z. B. weniger Rasendünger gekauft und eingesetzt. Auch fehlten nachhaltige positive Impulse im späteren Herbstgeschäft, das in den letzten Jahren ohnehin etwas rückläufig ist. Somit konnten die Rückstände aus den ersten drei Quartalen nicht verkleinert werden.
Frank Miedaner, COMPO
…innovative Neuprodukte finden ein großes Interesse im Handel. Umfangreiche POS Aktionen und Werbeanstöße führen zu einem sehr positiven Nachfrageverhalten.
Feststellbar ist für die Produktgattung biologisch-chemische Produkte ein gewisser Trend bei Bio-Artikeln und besonders für die Anzucht von Gemüse. Interessiert ist der Handel an innovativen Neuprodukten, die verbunden mit umfangreichen POS-Aktionen und Werbeanstößen zu einem sehr positiven Nachfrageverhalten führen.
Handel und Hersteller sehen auch für unseren Produktbereich die Chancen unverändert gut. Bedingt durch die positive Grundeinstellung bei den Verbrauchern gehen die Marktbeteiligten von einem guten Frühjahr 2012 aus. Dies zeigt sich im sehr positiven Frühbezugsgeschäft insbesondere bei den Fachhandelskunden. Aktuelle Untersuchungen der GfK Nürnberg und auch des Institutes Produkt und Markt bestätigen eine steigende Nachfrage nach Qualitäts-/ Markenprodukten.
Die aktuell stattfindende Strukturveränderung in der Branche führt zu veränderten Rahmenbedingungen, auf die wir uns noch einstellen müssen. Schwierig ist die Situation nach wie vor bei den Rohstoffen, deren Preisvolatilität nicht immer kalkulierbar ist. Zudem macht sich knapper Frachtraum insbesondere während der Belieferung in der Saison deutlich bemerkbar.
Hans-Jürgen Riehl, Terrasan
…Bioprodukte, z.B. für die eigene Anzucht von Gemüse, liegen im Trend.
Fachabteilung Substrate, Erden, Ausgangsstoffe (SEA)
Die Mitglieder der Fachabteilung SEA hatten sich aufgrund des sehr guten Witterungsverlaufes in den ersten Monaten mehr von der Saison erhofft. Blumenerden und Kultursubstrate sind Sortimente, die nicht direkt von einem Trend „pro Garten“ profitieren. Wenn jedoch dieser Trend weiter anhält, kann man prognostizieren, dass verstärkt Pflanzen eingesetzt werden. Das Lebende Grün ist immer mit der Verwendung von Blumenerden und Kultursubstraten verbunden, denn Pflanzen brauchen gute Erde, um wachsen zu können. Aus diesem Grund, so hat auch die Vergangenheit gezeigt, wirken wirtschaftliche Schwankungen weit weniger stark auf gartenbauliche Produkte und damit auch auf Humusprodukte, sodass wir keine prägnanten Auswirkungen der Finanzkrise erwarten.
Stephan Patzer, Einheitserdewerke
...für die Hersteller von Blumenerden und Kultursubstraten spielt die Bereitstellung bezahlbarer und verfügbarer Rohstoffe eine besondere Rolle
Für die Hersteller von Blumenerden und Kultursubstraten spielt die Bereitstellung bezahlbarer und verfügbarer Rohstoffe eine große Rolle. Die Ernte des wichtigsten Rohstoffes Torf ist in besonderer Weise von der Witterung abhängig. Insofern war der nasskalte Sommer 2011 der ausreichenden Erntemenge abträglich. Dadurch wird der ohnehin bestehende Trend zu Kostensteigerungen für unsere Produkte verstärkt. Der Handel ist derzeit nicht bereit, viel mehr für unsere Produkte zu zahlen, hier muss noch mehr Aufklärung betrieben werden. Insbesondere dann, wenn alternative Stoffe zu Torf gefragt sind, die derzeit mangels Verfügbarkeit nur in sehr begrenzten Mengen eingesetzt werden können.
Hinzu kommen hohe Transportkosten bedingt durch knappen Frachtraum, die zusätzlich die Sortimente der Mitglieder unserer Fachabteilung belasten.
Gunnar Koch, Moorkultur Ramsloh
…die Torfernte war 2011 auf Grund der Witterung durchwachsen. Wir hoffen auf eine bessere kommende Saison.
Der IVG ist nationale Interessenvertretung der industriellen Anbieter im Grünen Markt. Er wahrt die Belange seiner Mitglieder gegenüber allen Vertriebskanälen und ist zugleich Fachverband der Produzenten von Waren für den Garten- und Gartenbaubedarf. Der Verband vertritt Pflanzensortimenter, Produzenten von Forst-, Garten- und Rasenpflegegeräten, Hersteller von biologisch-chemischen und Garten-Lifestyle-Produkten sowie von Erden und Substraten. Vierteljährlich bittet der Verband den geschäftsführenden Vorstand sowie die Sprecher der fünf Fachabteilungen um ein Statement zur Einschätzung der wirtschaftlichen Situation.
Ansprechpartner für Redaktionen:
IVG-Geschäftsführer:
Johannes Welsch
Tel.: 0 21 02 / 94 08 80
E-Mail: welsch@ivg.org
(Belegexemplar erbeten)
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