IVG Aktuell (Freitag, 02.07.2010)

kurz&knapp 2/2010: Zuversicht trotz ungünstiger Bedingungen (mc/ag)


PRESSEMITTEILUNG kurz&knapp 2/2010

Michael Cuypers, IVG-Geschäftsführer
Industrieverband Garten (IVG) e.V., Ratingen

Zuversicht trotz ungünstiger Bedingungen

Ratingen - Die Mitglieder des Industrieverbandes Garten (IVG) sind trotz ungünstiger Bedingungen überwiegend zuversichtlich. Dies erklärte Michael Cuypers, der Geschäftsführer des Verbandes nach Auswertung der neuen Ausgabe von kurz&knapp, eine Information zur aktuellen wirtschaftlichen Lage im Grünen Markt. Der lange Winter und die kühle Witterung im 2. Quartal habe den Herstellern wenig Freude gemacht, stellte Cuypers fest. Das Wetter sei und bleibe für die Branche nun mal von entscheidender Bedeutung. „Und es hätte gern besser sein dürfen.“ Es gebe gleichwohl keine Trübsal bei den Produzenten der Güter für den Grünen Markt, sagte der IVG-Geschäftsführer. Die Verbandsmitglieder seien mit dem bisherigen Saisonverlauf keineswegs unzufrieden. Und längst nicht jeder habe das Jahr schon abgeschrieben. „Mal sehen, was noch geht“, zeigte sich Cuypers optimistisch. Der Juni war kein schlechter Monat für die Branche.
Die Unternehmensvertreter sehen das genauso. So spricht Hans-Jürgen Herr, der Vorsitzende des IVG und Geschäftsführer der Weber-Stephen Deutschland GmbH, in seinem Statement für kurz&knapp von einem in Teilsegmenten überdurchschnittlichen Ergebnis. Norbert Pick (Stihl) erwartet ein weiteres Umsatzwachstum in diesem Jahr. Frank Miedaner (Compo) rechnet mit einem Anspringen des Pflanzenschutzmarktes im Frühsommer und Dr. Hans-Ulrich Born (Manna Wilhelm Haug) erkennt eine kurze, aber intensive Saison mit einer ungebrochenen Leidenschaft für den Garten als Hobby und Rückzugsgebiet in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und einem verbesserten professionellen Gartenbau im Vergleich zum Vorjahr.

Diese und weitere Stellungnahmen von Persönlichkeiten aus den IVG-Mitgliedsunternehmen sind nachfolgend wiedergegeben. Die Einschätzungen der Firmenrepräsentanten zeigen Trends auf und zugleich für das Spektrum der durch den IVG vertretenen Unternehmen.


Hans-Jürgen Herr, IVG-Vorsitzender
Geschäftsführer
Weber-Stephen Deutschland GmbH, Ingelheim

Trotz der witterungsbedingt schlechten Rahmenbedingungen sind wir überaus zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison – „Webergrillen“ ist weiterhin sehr stark nachgefragt. Vor allem mit unseren Holzkohlegrills und den hochpreisigen Gasgrills konnten wir bislang ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielen. Unterstützend wirkt hierbei sicherlich unser neues Shop-System im Fachhandel, das bundesweit angelaufen ist und uns viel positive Resonanz eingebracht hat. Daneben haben wir mit der „Original Days“-Promotion ein umfassendes
Händlerpaket rund um die neuen One-Touch Original Holzkohlegrills geschnürt und so das Engagement des Fachhandels unterstützt. Auch unsere „Grillakademie Original“ für Endverbraucher, die seit April in neun deutschen Städten umgesetzt wird, erfreut sich großer Beliebtheit in der Weber Fangemeinde. Das Auslandsgeschäft in Zentraleuropa verläuft e-benfalls sehr zufriedenstellend. „Die Entwicklung, auch in diesem Jahr, ermutigt uns, in 2011 eine neue Dimension im Grillen einzuläuten, an der wir aktuell sehr intensiv arbeiten“, so Hans-Jürgen Herr, Vice President Weber-Stephen Central & East Europe.


Frank Miedaner, stellv. IVG-Vorsitzender

Leitung Länderbereich Consumer Deutsch-land/Österreich/MOE
COMPO GmbH & Co KG, Münster

Nach einem sehr guten Start in das Jahr 2010 blieben die Umsatzerwartungen in den Hauptmonaten April und Mai hinter den Erwartungen zurück. Nicht verwunderlich, so war der Monat Mai der kälteste seit zwanzig Jahren. Zur Erinnerung: der April 2009 schlug alle Rekorde und sorgte damit - gegen den gesamtwirtschaftlichen Trend - für ein sehr positives Gartenjahr 2009. Deutlich besser als im Vorjahr verläuft der Juni: steigende Temperaturen lassen die Hinein- und Abverkäufe deutlich steigen.

Bekanntermaßen werden Produkte zur Pflanzenpflege und -ernährung primär als Komplementärartikel zur Pflanze gekauft. Umsatzrückgänge bei der Pflanze führen daher unweigerlich zu schwächeren Umsätzen bei Blumenerden und Düngern. Bedingt durch die kühle Witterung ist auch der Pflanzenschutzmarkt noch nicht angesprungen, mit Beginn der schwül-warmen Witterung in der zweiten Juni-Woche ist hier allerdings von einem zunehmenden Befallsdruck auszugehen. Dies lässt durchaus auf ein Anspringen des Pflanzenschutzmarktes im Frühsommer hoffen. Als Fazit bleibt festzuhalten: „Wetter schlägt Konjunktur“ gilt nach wie vor in unserer Branche.



Norbert Pick, stellv. IVG-Vorsitzender

Geschäftsleitung
STIHL Vertriebszentrale AG & Co. KG, Dieburg

Die STIHL Vertriebszentrale konnte von März bis Mai 2010 eine positive Absatz- und Umsatzentwicklung verzeichnen. Kundennachfrage und Bestellungen der Fachhändler in Deutschland entwickeln sich erfreulich. Die Einführung neuer Produkte verstärkt diesen Trend. Auch das Wetter – die Kombination von Sonntagen und Regen – wirkt sich positiv auf unsere Branche aus. So blickt die Stihl-Vertriebszentrale optimistisch in die Zukunft und erwartet weiteres Umsatzwachstum für 2010.


Dr. Hans-Ulrich Born, IVG-Schatzmeister

Geschäftsführer
MANNA Wilhelm Haug GmbH & Co. KG,
Düsseldorf

Es war eine kurze, aber intensive Saison. Durch das spät einsetzende Frühjahr und das wenig sonnige Wetter im Mai hatten wir bisher eine stark durch das Wetter geprägte Saison. Doch der Fachhandel ist überwiegend zufrieden mit dem Abverkauf von Düngern für das Gartensegment. Dabei profitieren wir von der weiterhin ungebrochenen Leidenschaft für den Garten als Hobby und Rückzugsgebiet in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Im professionellen Gartenbau konnten wir im Vergleich zum Vorjahr deutlich aufholen und mengenmäßig an das gute Jahr 2008 anknüpfen.


Hans Martin Lohmann, Sprecher der Fachabtei-lung Pflanzenernährung, -gesundheit und -pflege

Geschäftsführender Gesellschafter
W. Neudorff GmbH KG

Wetterbedingt war die erste Hälfte des abgelaufenen 2. Quartals von zu geringer Kundenfrequenz und eher bescheidenen Abverkäufen geprägt.
Allerdings stiegen im Juni mit den Temperaturen auch deutlich die Abverkäufe, wodurch Einiges wieder aufgeholt werden konnte. Im Bereich Pflanzenschutz setzte der Befallsdruck durch Krankheiten wie pilzliche Blattfleckenerreger und Schädlinge erst relativ spät und auf nur durchschnittlichem Niveau ein. Besonders auffällig war ein relativ geringer und regional begrenzter Schneckendruck.
Bei den Insektiziden gab es ab Ende Mai/Anfang Juni verstärkt Nachfrage nach Produkten gegen Blattläuse und Kartoffelkäfer. Seit Mitte Juni werden Mittel gegen Ameisen stärker abverkauft. Das Jahr 2010 scheint wieder ein Ameisenjahr zu werden.


Ein starker, vom Wetter relativ wenig beeinflusster Bereich ist der der Herbizide. Hier sind konstante Abverkäufe zu verzeichnen. Insgesamt sehen wir ein gesteigertes Interesse sowie eine verstärkte Nachfrage der Konsumenten an nachhaltigen Produkten. Wir erwarten langfristig positive Geschäftsimpulse im Bereich naturgemäßer Pflanzenschutzmittel, torffreier Erden und organischer Dünger.
Aktuell beherrscht die Fußballweltmeisterschaft öffentliches und privates Leben. Das „Gärtnern“ wird auf ein Minimum beschränkt, um die Spiele im Fernsehen zu verfolgen. Bei Einschaltquoten von 40% - 85% treten viele andere Tätigkeiten in den Hintergrund. Mit dem Ende der WM erwarten wir wieder regeres Interesse am Garten und damit ansteigende Umsätze.


Peter A. Baumann, Sprecher des Arbeitskreises Garten Lifestyle

Geschäftsführer
Scheurich GmbH & Co. KG, Kleinheubach

Das erste Halbjahr 2010 ist für Scheurich mit einem deutlichen Umsatzplus äußerst positiv verlaufen. Wir sehen, dass gerade in unsicheren Zeiten die Aufwertung des eigenen Wohnumfeldes mit Zimmerpflanzen und Keramik von besonderer Bedeutung ist. Die Konsumenten achten mehr denn je auf Themen wie Natur, Nachhaltigkeit, Wellness und Gesundheit. Wir sehen in vielen Ländern Europas, dass Zimmerpflanzen insbesondere dann gewinnen, wenn der Handel die positive Wirkung von Zimmerpflanzen auf Raumklima und Gesundheit deutlich herausstellt.
Die Neupositionierung von Zimmerpflanzen in Richtung Nachhaltigkeit und Raumklima birgt immense Chancen für weiteres Umsatzwachstum nicht nur für die Pflanzen, sondern genau-so für die dazugehörigen Gefäße.


Tobias M. Koerner, Sprecher des Gesprächs-kreises Gartengeräte

Regionaldirektor Deutschland, Österreich und Schweiz der Husqvarna Gruppe und Geschäfts-führer der GARDENA Deutschland GmbH

Alles in allem beurteilen wir die Geschäftslage momentan als durchwachsen. Nicht zuletzt bedingt durch den langen Winter und die anhaltend ungünstige Wetterlage ist der Saisonverlauf bislang schlechter als im Vorjahr. In unserem ertragsstarken Segment der Bewässerung hat aber auch das dritte Quartal noch eine hohe Bedeutung. Ebenso für unsere zahlreichen Produkte der Baum- und Strauchpflege. Daher wäre es zu früh, zu diesem Zeitpunkt bereits die komplette Gartensaison beurteilen zu wollen.



Dr. Norbert Siebels, Sprecher der Fachabteilung Substrate, Erden, Ausgangsstoffe/BTH

Geschäftsführer
Klasmann-Deilmann GmbH, Geeste-Groß-Hesepe

Den witterungsbedingt schwachen Monaten Januar und Februar folgte in diesem Jahr ein außergewöhnlich starker März. In den Bereichen Zierpflanzenbau, Gemüsebau und Baumschule konnten die fehlenden Absatzmengen der ersten beiden Monate ausgeglichen werden. Die Absatzmengen im gesamten ersten Quartal 2010 liegen über den Vorjahreswerten.
Trotz einer verhältnismäßig kühlen Frühjahrswitterung entwickelten sich die Monate April und Mai in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Speziell in Westeuropa hinterlassen aber die Reaktionen auf die gartenbauliche Überproduktion ihre Spuren. Der Produktionsrückgang in den Bereichen Zierpflanzenbau, Beet- und Gruppenpflanzen und Baumschule ist für unsere Branche deutlich spürbar. Die Einschränkung der Produktionsmengen geht sowohl für die Produzenten als auch für die Zulieferer mit einem stark steigenden Wettbewerbs- und Preisdruck einher.
Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch im Jahr 2010 in den meisten europäischen Ländern weiterhin negativ auf den Gartenbau aus. Besonders in Griechenland und Spanien verhält sich der Erwerbsgartenbau sehr zurückhaltend. Die Auswirkungen der in diesen Ländern beschlossenen Sparmaßnahmen auf den privaten Konsum und die öffentlichen Aufträge sind noch nicht abzusehen. Die asiatischen Märkte erholen sich dagegen erstaunlich schnell, sicher auch wegen der Schwäche des Euros.
Die Transportkosten für Container und Lkw steigen weiter an. Für einige Absatzregionen ist es derzeit extrem schwierig, ausreichend Frachtraum zu bekommen.
Im 2. Halbjahr des Jahres 2010 erwarten wir für unsere Branche vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen keine positiven Überraschungen.


Jan-Dieter zu Jeddeloh, Sprecher der Fachab-teilung AK Pflanze

Geschäftsleitung
zu Jeddeloh Pflanzenhandels-GmbH

Nach dem außergewöhnlich langen Winter war der Abverkauf beginnend auch dank des günstigen Wetters sehr gut. Mit Beginn der kühlen Witterung konnte der Mai die hohen Erwartungen vielfach nicht erfüllen. Erst gegen Ende des Monats und vor allem im Juni zog die Nachfrage wieder stark an, so dass die verloren gegangenen Umsätze wieder aufgeholt bzw. im Vergleich zum vorigen Jahr vielfach übertroffen wurden. Das Wetter ist ein entscheidender Faktor für den Abverkauf – ist es gut hat „Grün“ Konjunktur!




Der IVG ist nationale Interessenvertretung der industriellen Anbieter im Grünen Markt. Er wahrt die Belange seiner Mitglieder gegenüber allen Vertriebskanälen und ist zugleich Fachverband der Produ-zenten von Waren für den Garten- und Gartenbaubedarf. Der Verband vertritt Pflanzensortimenter, Produzenten von Garten- und Rasenpflegegeräten, Hersteller von biologisch-chemischen und Garten-Lifestyle-Produkten sowie von Erden und Substraten.



Ansprechpartner für Redaktionen:

IVG-Geschäftsführer:
Michael Cuypers
Tel.: 0 21 02 / 94 08 10
E-Mail: cuypers@ivg.org

(Belegexemplar erbeten)


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