IVG Aktuell (Mittwoch, 18.03.2009)

Kurz und Knapp - Kompass für den Grünen Markt 1/2009


Mit diesem neuen Format wendet sich der Industrieverband Garten (IVG) e.V. in kontinuierlichen Abständen an die Öffentlichkeit, um die Markteinschätzung darzustellen.

Basis sind individuelle Statements aus den Unternehmen, die im IVG-Vorstand mitarbeiten und/oder weiteren Unternehmen aus dem breit aufgestellten Mitgliederkreis. Mit dieser Zusammenstellung wird es uns gelingen, Trends deutlich zu machen, zugleich aber auch die Differenzierungsmöglichkeiten und Chancen anzusprechen, die der „Markt in Grün“ bietet.


F R Ü H J A H R 2 0 0 9

Frage 1:

Zu Anfang März ist eine erste Einschätzung des Frühbezugs und des Saisonanlaufs im Gartenmarkt Deutschland – Der Saisonentwicklung 2009 – über den Auftragseingang möglich.

a) Wie ist aus Ihrer Sicht der Frühbezug 2009 umsatzmäßig gelaufen?

b) Wie unterschied sich der diesjährige Frühbezug gegenüber den Vorjahren?


Frage 2:

In den letzten Jahren hat der Gartenmarkt durch starke Exportzuwächse aus deutscher Sicht glänzen können. Wie sind hier die aktuellen Entwicklungen insb. in Osteuropa?


Frage 3

Innovationen sind der Treiber im Geschäft:

Von welchen Innovationen erwarten Sie für die Gartensaison 2009 wesentliche Impulse?

Folgende Statements sind angefügt:

Statement 1
Frank Miedaner, Fa. COMPO GmbH & Co. KG Produktions- und Vertriebsgesellschaft, www.compo.de
Leiter Länderbereich Deutschland, Österreich, Vorsitzender des Industrieverband Garten (IVG) e.V.

Statement 2
Norbert Pick, Fa. STIHL Vertriebszentrale AG & Co. KG, Dieburg, www.stihl.de
Stellvertretender IVG-Vorsitzender

Statement 3
Peter Baumann, Fa. Scheurich GmbH & Co. KG, www.scheurich.de
Geschäftsführung, Vorsitzender des IVG-Kreises Garenlifestyle

Statement 4
Dr. Norbert Siebels, Fa. Klasmann-Deilmann GmbH, www.klasmann-deilmann.de Geschäftsführung, Vorsitzender der IVG-Fachabteilung Bundesvereinigung Torf- und Humuswirtschaft (BTH) im IVG e.V.

Statement 5
Eckhard Brosch, Fa. Idealspaten-Bredt GmbH & Co. KG, www.idealspaten.de
Geschäftsführung

Statement 6
Gunnar Koch, Fa. Torfwerk Moorkultur Ramsloh, Werner Koch GmbH & Co. KG, Geschäftsführung, Torfwerk, Vorstandsmitglied IVG-Fachabteilung Bundesvereinigung Torf- und Humuswirtschaft (BTH) im IVG e.V.

Statement 7
Jan zu Jeddeloh, Fa. zu Jeddeloh Pflanzenhandels-GmbH, www.jeddeloh.de
Gesellschafter und Geschäftsführung, Baumschule zu Jeddeloh, Vorsitzender des AK-Pflanze im Industrieverband Garten (IVG) e.V.

Statement 8
Horst Lieb, Fa. Grizzly Gartengeräte GmbH & Co. KG, www.grizzly-gmbH.de
Geschäftsführung, Anbieter im Marktsegment Gartengeräte


Statement 1 Frank Miedaner, COMPO, www.compo.de
Frage 1
a.: Wir haben den Frühbezug in Deutschland umsatzbezogen mit einem deutlichen Plus gegenüber Vorjahr abgeschlossen. Berücksichtigt werden muss hierbei allerdings, dass es aufgrund der immensen Kostensteigerungen zu deutlichen Preisaufschlägen kam. Mengenmäßig liegt der Frühbezug somit leicht unter Vorjahr.

b.: Wegen der genannten notwendigen Preiserhöhungen in einem sicherlich nicht einfachen wirtschaftlichen Gesamtmarktumfeld herrschte erhöhter Erklärungsbedarf in den Kundengesprächen. Insgesamt teilt der Fachhandel jedoch unseren Optimismus für die bevorstehende Gartensaison. Gerade wegen des allgemeinen Krisengeredes möchten die Verbraucher ihr Heim und Garten behaglich und ansprechend gestalten (Stichwort Cocooning).

Frage 2
Mittel- bis langfristig erwarten wir eine weiter steigende Nachfrage in den osteuropäischen Märkten. Der Nachholbedarf für unsere Sortimente ist groß. Aktuell spüren wir jedoch die Auswirkungen der Wirtschafts- bzw. Finanzkrise. Deshalb wird insbesondere 2009 ein sehr schwieriges Jahr.

Frage 3
Wir setzen auf unser neues COMPO Produkt „VOROX-Direkt“, welches wir mit intensiver Werbepower in den Markt einführen. Bedingt durch den aktuellen Trend profitieren wir durch unsere Neuprodukte COMPO Bio-Erde sowie der neuen COMPO Naturabell Rasen- und Gartendüngerserie.


Statement 2 Norbert Pick, STIHL, www.stihl.de
Frage 1
Der Frühbezug für die Saison 2009 ist aus Sicht der STIHL Vertriebszentrale gut
verlaufen. Die Stimmung im Fachhandel ist verhalten positiv.
Gegenüber dem Vorjahr konnte sogar eine leichte Steigerung des Frühbezugs
erzielt werden.

Frage 2 ./.

Frage 3
Wesentliche Impulse erwarten STIHL und VIKING von:

• Der neuen Motorsägen-Generation STIHL MS 171 und MS 181
mit um bis zu 20% reduziertem Kraftstoffverbrauch und mit 70%
Abgasreduzierung
• Die neuen STIHL Motorsensen FS 40, 50 und 56 mit
vereinfachtem Startvorgang
• Den neuen Vertikutierern VIKING LE 540 mit Elektro-Motor
und LB 540 mit Benzin-Motor
• Der neuen Rasentraktor-Generation mit den Serien T 5 und T 6


Statement 3 Peter Baumann, Scheurich, www.scheurich.de
Frage 1
Frühbezug spielt bei Innenkeramik keine Rolle. Abverkauf 2009 läuft in Größenordnung des Vorjahres.

Frage 2
Osteuropa ist differenziert zu sehen:
Polen und Russland entwickeln sich weiter positiv, in Ungarn sehen wir Bremsspuren.

Frage 3
In der Innenkeramik spielen innovative Designs eine große Rolle. Wir sehen insbesondere einen Produkt- und Designtrend in Richtung Nachhaltigkeit.


Statement 4 Dr. Norbert Siebels, Klasmann-Deilmann, www.klasmann-deilmann.de

Infolge des langen Winters in Europa beginnt die Produktion im Zierpflanzenbau und in den Baumschulbetrieben deutlich später, erste Sätze beim Anbau von Gemüsejungpflanzen sind bereits ausgefallen. Die aktuelle Situation im Zierpflanzenbau gibt Anlass zu der schon fast rhetorischen Frage, ob sich der Zierpflanzenbau in einer deutlichen Krise befindet und ob die steigende Überproduktion diese Krise in den nächsten Monaten noch weiter verschärfen wird.

Als Ergebnis der Finanz- und Wirtschaftskrise spüren wir in fast allen Märkten eine allgemeine Kaufzurückhaltung. Entscheidungen über den Kauf von Produktionsmitteln wie Substraten, Düngern und Pflanzenschutzmitteln werden so spät wie möglich gefasst. Eine ganze Reihe kleinerer europäischer Gartenbaubetriebe hat die Produktion sogar vollständig eingestellt.

Speziell der Gartenbau in Osteuropa leidet nicht nur unter der anhaltend kalten Witterung sondern zusätzlich massiv unter der Schwäche der nationalen Währungen, wie z. B. in Polen und der Ukraine. Die internationalen Kreditversicherungsgesellschaften haben Deckungszusagen für kapitalschwache Kunden in Osteuropa deutlich reduziert. Hier wird sehr deutlich, dass eine niedrige Eigenkapitalausstattung der Gartenbaubetriebe in Krisenzeiten die wesentliche Bedrohung der Existenz darstellt.

Generell haben diese Entwicklungen zu Umsatzeinbußen in der internationalen
Substratwirtschaft geführt, die in den einzelnen europäischen Regionen und den internationalen Absatzgebieten außerhalb Europas unterschiedlich deutlich ausgeprägt sind.


Statement 5 Eckhard Brosch, Idealspaten-Bredt, www.idealspaten.de
Frage 1
a.: Der Frühbezug ist für unser Haus nicht von Bedeutung.

b.: Das Umsatzvolumen gegenüber dem Vorjahr lag bei den wenigen Aufträgen unter Vorjahresniveau.

Frage 2
Stagnierend bis rückläufig.

Frage 3
Für uns sind die neuen Produktlinien Spatenschaufeln und BlackLine von Bedeutung. Als Einzelprodukte gehen wir von einer Belebung des Geschäfts durch unsere Fugenbürsten und den Fugenbesen aus.


Statement 6 Gunnar Koch, Torfwerk Moorkultur Ramsloh
Frage 1
Zu der Frage 1 ist zu sagen, dass der Frühjahrsbezug wahrscheinlich aufgrund der insgesamt kalten Witterung in Deutschland etwas langsamer gestartet ist, wie im letzten Jahr aber jetzt nach dem Ende der Frostperioden auf vollen Touren läuft und dem Vorjahr nichts nachsteht.

Frage 2
Keine Aussage, da der Osteuropäische Markt nicht beliefert wird.

Frage 3
Wir sind im Verkauf weniger abhängig von Innovationen die unsere Kunden benutzen, eher sind für uns neue Techniken im Abbaubetrieb wichtig, wie in den letzten Jahren die GPS unterstützten Abbausysteme zum Einhalten der Genehmigung, den Einsatz von Pistenraupen im Torfabbau und in der Pflege von extensiven Grünländern, den Einsatz von komplett Computer gesteuerten Produktions- und Mischanlagen in der Substratindustrie inkl. Fernwartung oder zum Beispiel das Verschicken von kompletten Aufträgen inkl. Rezepturen der Vertriebsmitarbeiter aus den Autos heraus an den Produktionsleiter direkt per E-Mail oder Fax.

Insgesamt könnte die Aussicht auf eine eventuelle Wirtschaftskrise den Gartenmarkt beleben, weil die Bürger nicht ins Ausland reisen, sondern ihren Urlaub lieber zu Hause verbringen.


Statement 7 Jan zu Jeddeloh, zu Jeddeloh, www.jeddeloh.de
Frage 1
a.: Der Frühjahrsbezug 2009 ist bisher umsatzmäßig wie in 2008 gelaufen. Die Stand-Alone Gartencenter sind etwas vorsichtiger in ihrem Orderverhalten.

b.: Der Frühjahrsbezug ist 1,5 Wochen später gestartet.

Frage 2
Unsere Umsätze in Osteuropa sind den letzten Jahren stetig gestiegen. In diesem Jahr ist durch die Inflations- und Wechselkursproblematik etwas vorsichtiger geordert worden. Einige Gartencenter haben ca. 20% weniger bestellt – andere aber dagegen mehr als im letzten Jahr. Wir sind zuversichtlich und denken, dass wir
unsere Vorjahresumsätze halten. Unsere XXL-Pflanzen als Alternative zu Ballenware werden beispielsweise sehr gut nachgefragt.

Frage 3
Unsere Eigenmarken, XXL und Endless Summer und Rosen.


Statement 8 Horst Lieb, Grizzly, www.grizzly-gmbh.de
Frage 1
Frühbezug: dazu können wir leider keine Auskunft geben, da unser Geschäftsmodell nicht auf Frühbezug ausgelegt ist.
Soweit es sich um Saison-Erstbezüge div. Baumarkt-Kunden handelt, sind diese planmäßig, in ähnlichem Umfang wie in 2008 abgewickelt worden.

Frage 2
Unsere Export-Planung, speziell für Osteuropa sieht für die Saison 2009 leichte Umsatz-Zuwächse vor. Allerdings ist insbesondere zum Saisonstart bereits festzustellen, dass es bei einigen Kunden zu Liquiditätsengpässen gekommen ist, die in der Form in 2008 nicht vorlagen. Hintergrund: Die Banken unserer Kunden agieren weit vorsichtiger als früher, auch bei der Vergabe von kurzfristigen Krediten.

Frage 3
Das Thema Akku-Geräte mit Li-Ionen Technologie wird im Sicherheit Impulse für das Gartengeschäft 2009 geben. Da die Anzahl der Neuprodukte in diesem Marktsegment allerdings stark ansteigt, muss spätestens in 2010 mit einer Markt Konsolidierung gerechnet werden.


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