IVG Aktuell (Dienstag, 29.08.2006)

IVG: Ob Fachhandel oder Lifestyle-Vermarktung: Gartenmarkt wird als Impulsgeber immer wichtiger


Vor der mit Spannung erwarteten Internationalen Gartenfachmesse gafa, die zeitgleich mit der spoga in diesem Jahr in Köln stattfindet, sieht der Industrieverband Garten als Interessenvertreter seiner 130 Mitgliedsunternehmen die Gartenbedarfssegmente weiter im Fokus der nationalen und internationalen Einkäufer aus dem Handel.

Wie die aktuellen Berichterstattungen aus der Baumarktbranche unterlegen, ist der Gartenmarkt in diesem Segment mit etwa 27% größtes Einzelsortiment. Aber auch in vielen anderen Vertriebswegen sind die Gartenbedarfsartikel als Impulsgeber nicht mehr wegzudenken. Der rasante Anstieg der Gartenanteile in den Discountersortimenten, in den Partiegeschäften von Kaffeeröstern sowie Lifestylekonzept-orientierten Händlern und der SB-Warenhausschiene unterstreichen diese Aussage.

Soweit sich auch die großen, international führenden Systemanbieter in der Möbelvermarktung zu Lifestyle-Wohnhäusern entwickeln, sind Gartensortimentsteile dort unverzichtbare Treiber für deren Geschäftsentwicklung geworden.

Fußend auf der im Industrieverband Garten (IVG) e.V. aufgestellten Marktsegmentierung

- Garten am Haus,
- Garten auf Balkon und Terrasse und
- Innenraumbegrünung

ergeben sich hochinteressante Schnittmengen für die Sortimentspolitik der unterschiedlichen Vertriebswege.

Die knapp 60 an der gafa 2006 teilnehmenden Mitgliedsfirmen aus dem Industrieverband Garten (IVG) e.V. sehen daher mit hohen Erwartungen den Gesprächen mit den nationalen und internationalen Einkäufern aus den verschiedenen Vertriebswegen im Grünen Markt entgegen. Dabei geht der Blick nach vorne. Ungeachtet der höchst unterschiedlichen Entwicklung des abgelaufenen Gartenjahres erwartet man ein doch noch interessantes Herbstgeschäft 2006 und eine doch deutlich bessere Gartensaison 2007.

Zur Verbraucherpositionierung im Frühjahr 2007 setzt man darauf, dass der „Mehrwertsteuerschock“ zum Jahreswechsel verdaut ist und sich das Frühjahr 2007 mit einem positiven Konsumumfeld bestätigt.

Der Rückblick auf die abgelaufene Saison zeigt erneut, wie wichtig eine gute Kooperation zwischen Handel und Industrie ist, um Lieferfähigkeit sicher zu stellen und Reaktionen auf die Wetterkapriolen zu ermöglichen. Nach dem langen schneereichen Winter und dem kalten Frühjahr explodierte der Gartenmarkt im Mai. Die erste Maihälfte brachte Rekordumsätze für Handel und Industrie, bewährte und lieferfähige Partnerschaften konnten sich erneut bestätigen um alle Möglichkeiten des Gartenmarktes ausnutzen. Die nach der dann rückläufigen zweiten Maihälfte einsetzende Trockenheit ab Pfingsten, bescherte insbesondere den Themen Wasser / Bewässerung, Gartenmöblierung, Garten und Grillen, Wohnen im Garten positive Ansätze. Teilweise wurde die Lieferfähigkeit bis an die Grenze des erträglichen getestet. Unzufrieden waren die Anbieter von Garten- und Rasenpflegegeräten auf Grund der Trockenheit, nach dem die Saison doch zunächst hoffnungsvoll begonnen hatte. Hier gelten die Erwartungen dem Herbstgeschäft bzw. den Umsätzen in der zweiten Sommerhälfte. Allerdings waren auch deutlich regionale Unterschiede feststellbar: In der südlichen Hälfte Deutschlands waren mehr Niederschläge festzustellen, teilweise gab es dort wieder Überschwemmungen nach den einsetzenden Regenfällen - mit positiven Impulsen etwa für den Wasserpumpenmarkt.

Über alle IVG-Segmente hinweg bleiben die Auslandsmärkte oder der Export interessant. Deshalb setzen die Verbands-mitglieder auf interessante Gespräche nicht nur mit den Inlandskunden, sondern auch mit den Partnern aus dem Ausland. Hat sich doch in den letzten Jahren gerade die Internationalität der gafa-Besucher weiter verstärkt. Dazu kommt der Effekt des zunehmend deutlicher werdenden europäischen Binnenmarktes: Einkäufer und Handelskunden prüfen die Sortimente und Strategien der Lieferanten unter den Aspekten der Lieferfähigkeit und Ausrichtung auf die Bedürfnisse des europäischen Marktes.

Dabei gilt länderübergreifend die Problematik der notwendigen Preisanpassungen, denn ganz Europa ist von Rohstoffverknappung, Verteuerung der Energie und Verteuerung der Logistikkosten betroffen. Die damit verbundenen Fragestellungen sind für alle Teilmärkte zu lösen. Dies gilt auch für die von dem Sonderfall der Mehrwertsteueranpassung zum Jahreswechsel bestimmte Marktsituation in Deutschland. Zu diesen Fragen wird die gafa interessante Anstöße zur konzeptionellen Umsetzung beim Handel und Industrie liefern.




2006-08-21 mvi/ag (Belegexemplar erbeten)



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