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IVG Aktuell (Montag, 29.05.2006)
Ausführungen von Herrn Frank Miedaner, Vorsitzender des Industrieverbandes Garten (IVG) e.V., Ratingen auf der Europäischen Fachpressekonferenz spoga+gafa 2006, 16. Mai
Nach einem am Ende doch noch zufriedenstellenden Gartenjahr 2005 setzte die Gartenbranche zu Beginn des Jahres auf eine positive Saison 2006. Anlass hierzu war die übereinstimmend von Handel und Industrie ermittelte "positive Bestands-
situation" mit Abflüssen und Bestandsreduzierungen auf ein saisonübliches Maß. Vor dem Hintergrund des Regierungswechsels und des aufkeimenden Optimismus in Deutschland fehlt dann nur noch das "frühe" Frühjahr.
Doch es kam anders !
Zwar konnte die Industrie vor dem Hintergrund des aufkei-menden Konjunkturoptimismus und deutlicher Anzeichen zur Aufhellung des Konsumklimas positive Abverkäufe in den Markt hinein melden. Auch das Frühbezugsgeschäft - soweit attraktiv bestehend und getrieben - entwickelte sich stabil bis positiv.
Tiefsttemperaturen und Schneedecken in Mitteleuropa bescherten zeitgleich den Anbietern von Schneeräumgeräten, egal ob hand- oder motorgetriebenen, positive Entwicklungen und schaffte zusätzlich Optimismus gerade auf dem Gerätesektor! Auch die Anbieter von Streusalz erlebten
"Jahrhundertrekordumsätze".
Nach einer leichten kurzen Abverkaufsperiode im Februar für die Gartensortimente setzten erneute Schneefälle mit den alles überlagernden TV-Bildern zu Dacheinbrüchen etwa in Rosenheim oder im Bayerischen Wald dem aufkommenden Frühjahrsoptimismus der Gartenbranche ein Ende.
Nur knapp vor Ostern - welches im Vergleich zum Vorjahr mit Mitte April deutlich später gefeiert wurde - konnte bundesweit eine Normalisierung und ein erstmals offenes Wetter festgestellt werden, unverzichtbare Voraussetzungen für den Out-doormarkt Garten. Bis Mitte April hinkt die Vegetation 2-3
Wochen hinter einem normalen Frühjahr hinterher. Der dringend erwartete Saisonstart war für den Gartenmarkt und ins-besondere für die Frühstartsortimente "Erstbepflanzung Beet- und Balkon" somit verpasst. Die Gartenbranche insgesamt wird alles daran setzen, hier auszugleichen, aufzuholen oder umzuschichten. Es wird jetzt alles darauf ankommen, kurzfristige Lieferfähigkeit und Sortimentsauswahl sicherzustellen, damit Kaufimpulse rechtzeitig bedient werden können.
Die aktuelle Abfrage unter den Mitgliedsfirmen des Industrieverbandes Garten zur Entwicklung des Reinverkaufs bis Ende April bestätigt die Notwendigkeit von Aufholprozessen. Über die Sortimentsbereiche hinweg schätzen wir ein Minus von 5 bis 15%. Der Mai wird letztendlich der entscheidende Monat für die gesamte Saisonentwicklung 2006 sein. Fehlende Umsätze per Ende Mai sind für die Branche im Restjahr kaum aufholbar.
Positivere Signale kommen aus der Gartenbedarfsindustrie in unserem Verband aus dem nach wie vor wichtigen und für viele Unternehmen weiter steigenden Auslandsgeschäft.
Viele Unternehmen unseres Verbandes haben bereits Exportquoten von über 50% am Umsatz erreicht. Gerade vor diesem Hintergrund setzen die 53 Aussteller aus dem Industrieverband Garten darauf, auch mit der kommenden gafa neue Ak-zente für das Gartenjahr 2007 zu setzen, gezielt mit der Ansprache der Besucher aus den Auslandsmärkten. Innovationen, aber auch die steigende Internationalisierung, werden die Schlagworte der Messepräsentationen durch die Verbandsmitgliedsfirmen 2006 für die Saison 2007 sein. Dabei werden die Aussteller und damit natürlich auch die engagierten Mitgliedsfirmen des Industrieverbandes Garten alles darauf ausrichten, für die nationalen und internationalen Einkäufer den Besuch der spoga und primär natürlich aus unserer Sicht der gafa 2006 zu einem unverzichtbaren Termin zu machen.
Unverzichtbar dann, wenn es darum geht, neue Sortimentsideen, Präsentations- und Differenzierungsmöglichkeiten in
einem immer härter werdenden Wettbewerb der verschiedenen Kundengruppen und Vertriebswegen zu erhalten. Gezielte Produktlösungen etwa für den am schnellst wachsenden Markt in der Zukunft, dem Seniorenmarkt, gilt es im Gartenmarkt aufzugreifen. Hier haben wir gerade beim Medientag Garten interessante Ansätze aufzeigen können. Aber auch die Neudefinition vieler Teilmärkte im Grünen Markt hilft dazu, Chancen aus einer gekonnten Kooperation von Handel und Industrie aufzugreifen. Nämlich nicht preisgetriebene, sondern
innovationsgetriebene, funktionsgetriebene, lösungsgetriebene Produkte und Konzepte zu präsentieren! Hier verweise ich etwa auf neue Sortimentspräsentationen für die Erlebniswelt Garten. In diesem Markt geht es darum, den Garten ins Haus und ans Haus zu holen, die Wohn- und Gartenwelten immer stärker miteinander zu verschmelzen.
Die hohe Zahl von fast 1.300 Ausstellern mit dekorativen Gartenprodukten auf der spoga+gafa zeigt, welche Chancen in diesem Teilmarkt gesehen und besetzt werden. Der Verbindungsbereich vom Innenraumgrün zum Garten am Haus, Balkon, Terrasse ist die thematische Klammer zum grünen Auftritt auf der zeitgleich stattfindenden spoga. Wohlfühlen im Garten, nur ein kleiner Schritt zum Thema Wellness. Hier wird u. a. das Thema Wassergarten neue Akzente setzen durch neue Lösungen für Schwimm- und Gartenteiche.
Was freilich ist der Markt in Grün ohne die Pflanzen und die notwendigen Komplementärprodukten? Die beiden miteinander verknüpften Segmente Pflanzen und Pflanzenpflegepräsentieren sich in der Halle 10. Die entscheidenden Treiber für das hierin zum Ausdruck kommende Verbundgeschäft aus Pflanzgefäß, Blumenerden, Düngemitteln und Pflanzenschutz sind die immer wieder neuen Anstöße aus dem Pflanzenmarkt. Rund um die Pflanze gilt es, eine Erlebniswelt für den Endverbraucher zu schaffen. Unter dem Schlagwort
"Convenience" gilt es, Problemlösungen zu bieten, die es den Verbrauchern möglich machen, mit möglichst einfachen Mitteln ein Gartenparadies zu kreieren. Auch hier letztendlich mit dem Ziel, zufriedenen und engagierten Gärtnern die Freude am Garten und an den Pflanzen sicherzustellen.
Aktuellste Marktuntersuchungen haben bestätigt, dass der gepflegte Garten mehr und mehr zum Statussymbol oder auch zum Element des Demonstrationskonsums wird, je mehr er zum gesellschaftlichen Treffpunkt in der Freizeit wird. Garten- und Rasenpflegegeräte sind dabei der wichtige Systemschritt, rasch, oftmals nahezu mühelos, schnell, sicher und bequem das gepflegte Gartenambiente herzustellen. Von daher wer-den diese Marktsegmente aus dem Markt Outdoor-Power-Products entscheidend das Gesicht der gafa 2006 prägen. Damit wird die internationale Gartenfachmesse in Köln weltweite Impulse und Entscheidungshilfen für alle Gartensortimente im Handel und für den Verbraucher 2007 liefern.
Mit dem Verweis auf unseren diesjährigen gafa-Messe-Talk möchte ich meine Ausführungen abschließen.
Gemeinsam mit unserem Gastredner, dem Deutschen WM-Schiedsrichter, Dr. Markus Merk werden wir am Montag, dem 4. September im Rückblick die aktuelle Gartensaison 2006 präziser bewerten können als zur Zeit.
Uns und Ihnen allen wünsche ich eine erfolgreiche Saison und ein gesundes Wiedersehen in Köln im September.
Münster, den 02. Mai 2006
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