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IVG Aktuell (Freitag, 29.02.2008)
Substratindustrie sichert Lieferfähigkeit
Angesichts der Verknappung bestimmter Torfqualitäten hat die Substratindustrie Maßnahmen ergriffen, um dem Erwerbsgartenbau Kultursubstrate in den benötigten Mengen bereit stellen zu können.
Die Substratindustrie verzeichnet gegenwärtig deutliche Engpässe bei bestimmten Torfrohstoffqualitäten, die nicht mehr in den benötigten Mengen zur Substratproduktion zur Verfügung gestellt werden können. Das betrifft insbesondere Weißtorfsoden als Basis für die Herstellung stabiler Fraktionen sowie Weißtorfe, die im Frästorfverfahren gewonnen werden.
Ursache hierfür sind sehr hohe Niederschläge im Sommer 2007, die zu einer reduzierten Torfernte führten. Die Ernte von Weißtorf im Frästorfverfahren war insgesamt noch befriedigend, bei der Gewinnung von Sodenweißtorf zeichnete sich hingegen bald eine Verknappung ab. Sodenweißtorf ist eine wichtige Basis für die Herstellung von stabilen Fraktionen, die die physikalischen Eigenschaften von Kultursubstraten gewährleisten.
Die Situation wird zurzeit durch starke Regenfälle und fehlenden Frost verschärft. Die noch vorhandenen Frästorfmieten in den Gewinnungsflächen sind nur schwer zu erreichen, weshalb der Weißtorf nicht wie geplant verladen und in die Produktionsstätten gebracht werden kann.
Vor diesem Hintergrund nutzt die Substratindustrie ihr umfassendes Know-how in der Produktentwicklung um auf das Fehlen dieser Ausgangsstoffe zu reagieren. Durch eine Anpassung der Rezepturen unter Verwendung geeigneter Zuschlagstoffe können die benötigten Eigenschaften der Substrate – insbesondere Luftkapazität und Drainageverhalten – auf dem gewohnten hohen Niveau sichergestellt werden. Gleichwohl ist es notwendig, die geänderten Substrateigenschaften mit dem jeweiligen Gartenbaubetrieb abzustimmen. Dies betrifft insbesondere die Bewässerung und die Verarbeitung über Topfmaschinen oder Big-Bale-Dosierbunkern.
Für eine Entschärfung der Situation sind die Substratproduzenten dennoch auf deutlich günstigere Witterungsbedingungen in den Torfgewinnungsländern angewiesen. Zum einen könnten dann die vorhandenen Weißtorfmieten wieder problemlos verladen werden. Zum anderen wäre es möglich, die Zeitspanne bis zum Anschluss an die neue Ernte ab Ende Mai/Anfang Juni zu überbrücken. Auch in 2007 gewonnene Weißtorfsoden würden bis Juni 2008 einen guten Trocknungsgrad aufweisen. Eine Verbesserung der Situation ist auch aus Gründen der Frachtkosten dringend notwendig, da die Torfe durch fehlenden Frost nicht ausreichend auflockern und deshalb sehr viel schwerer werden. Ladungskapazitäten können so nicht ausgeschöpft werden, Frachtkosten erhöhen sich. Die Branche hofft auf eine wesentlich verbesserte Erntesituation in diesem Jahr, da ansonsten vorhandene Bestände an Rohtorf aufgebraucht seien und im folgenden Jahr die Produktion von Kultursubstraten nicht oder nur in geringem Umfang möglich sein könnte. (IVG)
2008-02-29 we
(Belegexemplar erbeten)
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