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IVG Aktuell (Dienstag, 15.01.2008)
Düngemittel weltweit knapp und teuer – deutliche Preissteigerungen auch für den Hobbygartenmarkt zu erwarten
Höhere Düngemittelpreise sind in der Landwirtschaft schon seit längerem ein Thema. Doch auch der Markt für Hobbygärtner muss im kommenden Gartenjahr mit zum Teil erheblich steigenden Preisen für Düngemittel wahrscheinlich auch während der Saison rechnen. Die direkte Weitergabe von steigenden Rohstoffpreisen in der laufenden Saison an die Abnehmer ist durch die dramatische Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten während der letzten Monate notwendig geworden. Erhebliche Preissteigerungen von z. B. 80 % bei Rohstoffen wie Phosphaten oder gar eine Verdopplung des Weltmarktpreises bei Ammonsulfat sind zu verzeichnen und keine Ausnah-men.
Die gestiegene Nachfrage nach höherwertigen Nahrungsmitteln in Asien, hier insbesondere in China und Indien und die staatlich forcierte und teilwei-se subventionierte Produktion von Biomasse zur Erzeugung von Biotreibstof-fen und Energie aus nachwachsenden Rohstoffen hat die Nachfrage nach Düngemitteln und deren Ausgangsstoffen auf den Weltmärkten sprunghaft ansteigen lassen. In der Landwirtschaft werden zudem angesichts steigen-der Nachfrage ehemals stillgelegte Flächen wieder in großem Umfang zur Agrarproduktion herangezogen auf denen zusätzliche Düngermengen zur Anwendung kommen.
Zahlreiche Rohstoffe wie Kali und Phosphor sind in den letzten Monaten derart knapp geworden, dass über die Verteuerungen in bisher ungekanntem Ausmaß hinaus Rohstoffe teilweise zugeteilt werden.
Der Boom auf den Agrarmärkten mündet somit in einer starken Verknappung von Ausgangsstoffen und Düngern auch hierzulande. Betroffen ist dabei sowohl der professionelle Gartenbau als auch der Fachhandel für Hobbygärtner. Ursache dafür sind neben der dem weltweiten Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, auch die weltweit geringen Bestände an Dünger, die mit großen Lieferschwierigkeiten mehrerer Förderstätten zusammenfallen. Hat man in den letzen Jahren aus Rentabilitätsgründen Produktionsstätten für Düngemittel noch geschlossen, so wirkt sich diese Verringerung der Produktionskapazitäten heute in drastisch steigenden Preisen aus. Die Entwicklung des Ölpreises verteuert stickstoffbasierten Dünger zudem. Die Anbieter müssen daher die steigenden Rohstoffpreise an den Markt weitergeben. Es bleibt abzuwarten, ob es bei diesen Preissteigerungen – derzeit geht man von einem fast zweistelligen Bereich aus - zukünftig noch möglich sein wird Einstiegssortimente und die Nachfrage nach Aktionsware zu bedienen.
Da im Zeithorizont von zehn Jahren mit einer weltweit steigenden Nachfrage zu rechnen ist und auch die Produktionsseite erst mit einer Verzögerung von 4-5 Jahren reagieren kann (Dauer der Erschließung neuer Phosphat- und Kali-Vorkommen), ist mit einer baldigen Entspannung der Situation nicht zu rechnen.
2008-01-15 we
(Belegexemplar erbeten)
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